Lageblick
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So entsteht die Glockenkarte

Niemand misst, wie laut Kirchenglocken an jeder Adresse sind, deshalb modelliert diese Seite es. Hier steht genau, was das Modell tut, damit Sie es beurteilen können.

1. Welche Türme läuten

Alle Gotteshäuser und Glockentürme aus OpenStreetMap, abgeglichen mit dem eidgenössischen Gebäuderegister (Klasse 1272, Kirchen und sonstige Kultgebäude). Moscheen, Synagogen, Königreichssäle, Freikirchen und Pfarreizentren bleiben auf der Karte, läuten aber nicht. Jede Kirche erhält eine Einschätzung: sicher, wahrscheinlich, unsicher. Kapellen gelten als unsicher: viele läuten nur an Feiertagen.

2. Wie laut ein Turm ist

Ein Schallleistungspegel für das Vollgeläut je Grössenklasse, aus Grundfläche und Gebäudeart: Kathedrale 128, grosse Kirche 125, Pfarrkirche 122, kleine Kirche 117, Kapelle 110 dB(A). Eine einzelne Glocke (Betzeitläuten, Angelus) ist 6 dB leiser, ein Uhrschlag 10 dB. Das sind Grössenordnungen, so gewählt, dass eine Pfarrkirche hundert Meter entfernt im Freien etwa 71 dB(A) ergibt, was zu den wenigen veröffentlichten Messungen passt. Sie sind nicht pro Kirche gemessen. Turmhöhen stammen aus OpenStreetMap, wo erfasst (etwa die 100 m des Berner Münsters), sonst aus der Grössenklasse.

3. Wann geläutet wird

Ein Standardplan je Tradition: Reformierte Kirchen läuten werktags morgens, um elf und abends das Betzeitläuten, am Samstagabend den Sonntag ein und am Sonntag zum Gottesdienst; katholische Kirchen läuten dreimal täglich den Angelus, am Samstag zur Vorabendmesse und am Sonntag zu zwei Messen. Beide schlagen Viertel- und Stundenschläge, standardmässig auch nachts, da Schweizer Gerichte das zugelassen haben und die meisten Kirchen es tun, auch wenn etliche den Nachtschlag abgestellt haben. Echte Pfarreien weichen stark ab; darum läutet ein Dorf um sieben und das nächste nicht. Jede Kirche kann eine Korrektur tragen, und Sie werden eine einreichen können.

4. Wie sich Schall ausbreitet

ISO 9613-2, vereinfacht. Ausbreitung von einer Punktquelle in der Glockenstube (etwa auf drei Vierteln der Turmhöhe), Luftabsorption 2.5 dB pro Kilometer und Beugung über das höchste Hindernis auf der geraden Linie zu einem Empfänger 4 m über Boden, wie in amtlichen Lärmkarten. Hindernisse sind Gebäudegrundrisse aus OpenStreetMap (2.8 Millionen) mit Höhen aus OSM-Tags, aus der Geschosszahl im Gebäuderegister (1.7 Millionen zugeordnet) oder einem Standard je Gebäudetyp, auf 30-m-Copernicus-Gelände. Reflexionen, Wind und Temperatur sind nicht modelliert; die Abschirmung ist auf 20 dB begrenzt.

5. Was die Zahlen bedeuten

Tag (06–22) und Nacht (22–06) sind energetische Mittel über eine Woche, wie die eidgenössischen Strassen- und Bahnlärmkarten daneben, also vergleichbar: eine reformierte Pfarrkirche ergibt hundert Meter entfernt im Freien etwa 48 dB(A) am Tag und 38 in der Nacht. Das lauteste Läuten ist der Spitzenwert beim Vollgeläut, rund 70 dB(A) auf hundert Meter: die Zahl, die am Sonntagmorgen weckt. Alles unter 20 dB(A) bleibt leer. Das Raster hat 10 m.

Was es besser machen würde

Messungen. Eine Handy-Aufnahme mit Ort und Zeit, ein paar hundert davon, würden die Quellpegel kalibrieren. Läutordnungen je Pfarrei würden den grössten Fehler beheben. Beides ist als Beitrag mit Konto geplant. Die 3D-Gebäude von swisstopo würden die Höhen in Städten verbessern.